[MSN] Eremitage-Direktor: Kunstraub beginnt mit zweitklassigen Exponaten und endet mit Fabergé
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Eremitage-Direktor: Kunstraub beginnt mit zweitklassigen Exponaten und endet
mit Fabergé
22:22 | 08/ 11/ 2006
MOSKAU, 08. November (RIA Novosti). Der Eremitage-Direktor Michail
Piotrowski schließt die Möglichkeit aus, dass irgendwelche Exponate "zweiter
Klasse" aus dem Magazin verkauft werden könnten, da alle Museumsstücke
einmalig seien.
"Nein, solche Gegenstände gibt es nicht, und es wird sie auch nie geben",
sagte Piotrowski am Dienstag auf einer Pressekonferenz zur Eröffnung der
Ausstellung "Juwelensammlung der Eremitage" im Saal des
Mariä-Entschlafungs-Glockenturms.
"Zu einem Museum gehören nicht nur schöne Ausstellungen. In erster Linie ist
ein Museum ein Aufbewahrungsort, wo die Gegenstände für die Nachfahren
studiert und bewahrt werden, Kunstgegenstände also, die über bestimmte
Stufen der Geschichte und der Kultur der Völker berichten", sagte
Piotrowski.
"Wir wollten schon einmal verkaufen und wissen, womit das endet. Das fing
mit anscheinend zehntrangigen Exponaten an und endete mit den Meisterwerken
von Raffael und Fabergé", sagte er.
Was die aus der Eremitage gestohlenen Exponate angeht, so sind laut
Piotrowski bereits 30 Stück wiedergegeben worden. Im Dezember soll eine
Ausstellung der zurückerstatteten Kunstgegenstände veranstaltet werden.
Die Ausstellung "Juwelensammlung der Eremitage" ist eine einmalige Sammlung
aus der Kollektion des Zaren.
"Die Ausstellung der Eremitage ist die Schlussetappe zu den der
Feierlichkeiten anläßlich des 200. Jubiläums der Kreml-Museen", sagte die
Generaldirektorin des Kremls, Jelena Gagarina.
Sie betonte, dass diese Ausstellung noch einmal die feste Verbindung und die
fruchtbare und stetige Zusammenarbeit der beiden Museen bekräftigt.
Die Moskauer werden zum ersten Mal die bedeutendsten Wertsachen sehen, die
seit den Zeiten Peters des Großen von den russischen Zaren gesammelt und
nach Sankt Petersburg gebracht wurden. Viele davon haben den Winterpalast
bisher noch nie verlassen.
Auf der Moskauer Ausstellung der Eremitage werden sechs Gegenstände aus der
"Sibirischen Kollektion" von Peter des Großen gezeigt, die Anfang des 18.
Jahrhunderts in die Kunstkammer gebracht wurden. Ein großer Anziehungspunkt
wird garantiert auch die Tabakdose, die der russische Zar auf seiner Reise
nach Frankreich und Großbritannien mitgenommen hatte.
Die Thronzeit von Anna Ioannowna (1730-1740) wird von einem Pferdegeschirr,
geschmückt von 115 bewundernswerten kolumbianischen Smaragden, und fünf
goldenen Sanitärgegenständen aus Augsburger Werkstätten repräsentiert. Aus
der Zeit der Zarin Jelisaweta Petrowna (1741-1761) stammt eine einmalige
Sammlung von Taschenuhren englischer Meister. Auch werden Kameen, die Zarin
Katharina die Große sammelte, gezeigt.
Doch eines der symbolträchtigsten Ausstellungsstücke ist eine Kopie der
Zaren-Regalien, die von dem berühmten Juwelierhaus Fabergé hergestellt und
in der Rüstkammer aufbewahrt wurde.
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