[MSN] Museum theft. Kestner ist zurück (48 hours after theft painting has been recovered).

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Thu Jan 4 09:48:25 CET 2007


Kestner ist zurück  
  
Rund 48 Stunden, nachdem das Gemälde „Georg Kestner als Kind“ aus dem
Historischen Museum verschwunden war, ist es am Mittwoch wieder aufgetaucht.


Ein 60-jähriger Mann, ein polizeibekannter Kunstdieb, hatte es zwei
hannoverschen Kunsthändlern angeboten. Nachdem der erste Galerist kein
Interesse an dem Bild gezeigt hatte, bot er es einem zweiten für 150 Euro
an. Dieser kaufte es, ließ sich die Personalien des Mannes geben – und
verständigte die Polizei. Der Kunsthändler hatte das Porträt in der Zeitung
wiedererkannt.

Polizeibeamte nahmen den Täter Mittwochnachmittag in seiner Wohnung in der
Südstadt fest. Er habe den Diebstahl bereits gestanden, berichteten die
Beamten. Die mit der Ermittlung beauftragten Polizeikommissare Bettina
Biebeler und Lutz Fischer konnten das Bild um 11.30 Uhr Museumsdirektor
Thomas Schwark zurückgeben. Dieser ist überglücklich: „Das Gemälde hat zwar
keinen so hohen materiellen Wert, ist aber ideell unbezahlbar.“ Sein
geschätzter Wert liegt bei lediglich rund 3000 Euro; für die Stadtgeschichte
ist es allerdings sehr bedeutend, weil es Georg Kestner zeigt, den ältesten
Sohn von Charlotte Buff und dem hannoverschen Legationssekretär Christian
Kestner. Georgs jüngerer Bruder August wurde Gründer der berühmten
Mäzenatendynastie.

Ganz unversehrt ist das Bild allerdings nicht geblieben. Das Gemälde des
jungen Kestner, das um 1830 entstand, ist zwar nicht beschädigt; der
vergoldete Weichholzrahmen, auf dem auf der Rückseite der Name des
Porträtierten eingeritzt ist, hat hingegen oben rechts einen Riss.
„Vermutlich ist er entstanden, als der Täter versucht hat, das Bild aus dem
Rahmen zu nehmen“, schätzt Schwark, der das Gemälde selbst nur mit weißen
Baumwollhandschuhen anfasst. Dieser Schaden soll jetzt schnellstmöglich
repariert werden. Schon morgen soll das Gemälde wieder in einer Vitrine zu
sehen sein – die vor der Stelle stehen wird, an der das Porträt ursprünglich
hing. Dort muss die Wand ausgebessert werden. „Das Gemälde wurde ja aus der
Wand gerissen“, so Schwark.

Der Grund, wieso sich der Dieb für das Kestner-Bild entschieden hat, liegt
vermutlich in dessen Größe: Es misst nur 22,9 mal 18,6 Zentimeter und lässt
sich gut unter einem Mantel verstecken. Daher wird jetzt über neue
Sicherheitsvorkehrungen im Museum nachgedacht. Schon kommende Woche werde es
Gespräche mit Versicherungsmitarbeitern geben, wie man das Historische
Museum aufrüsten könne, kündigte Schwark an. Er denke an ein elektronisches
Alarmsystem und eine Kameraüberwachung der Ausgänge, „so wie es sie bereits
im Sprengel-Museum gibt“. Über die Kosten für ein solches System könne er
noch nichts sagen. Dass angesichts der Radikalität und Dreistigkeit des
Diebstahls etwas getan werden müsse, liege auf der Hand: „Wir haben es mit
einer neuen Dimension von Diebstahl zu tun.“

Heike Schmidt 
http://www.haz.de/ 



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