[MSN] Germany. Diebe stehlen Wohnwagen bei internationaler Kunstschau in Münster

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Tue Jul 24 11:29:25 CEST 2007


Telgterin entdeckt gestohlenen Skulptur-Wohnwagen

Münster - Der Skulptur-Wohnwagen ist wieder aufgetaucht. Eine Telgterin 
hatte den Anhänger bereits am Montag gegen 17 Uhr in einem kleinen 
abgelegenen Waldgebiet an der Fockenbrocksheide nordöstlich von Telgte 
gesehen. Aber erst als sie am nächsten Morgen in den Westfälischen 
Nachrichten die Berichte vom Kunstraub las, habe sie ihrem Mann von der 
Beobachtung berichtet, der daraufhin flugs den Kontakt mit der Polizei 
aufnahm.
Die Polizei stellt am Dienstagmorgen den Wohnwagen sicher und nahm die 
Spurensicherung auf. Zu möglichen Dieben konnte die Polizei noch nichts 
sagen. Im Laufe des Tages soll der Anhänger wieder nach Münster 
geschleppt werden.
Indes wirft dieser Diebstahl viele Fragen auf. Das fängt schon beim 
Gegenstand an. Denn ob es sich um ein ordinäres Fahrzeug- oder gar um 
einen spektakulären Kunstraub handelt – das ist eine schwierige Frage. 
Sicher ist, dass Michael Ashers Wohnwagen in der Zeit zwischen zwischen 
Samstag (22 Uhr) und Sonntag (10.15 Uhr) von seinem angestammten Platz 
entfernt und irgendwann bis Montag 17 Uhr auf dem Waldweg abgestellt wurde.
Als die Aufsicht am Sonntagmorgen zur Piusallee/Ecke Am Hörsterfriedhof 
(„Parkposition 5. Woche“) gekommen sei, sei der Wagen mit dem 
Kennzeichen MS-GK-484 weg gewesen, berichtet die Pressesprecherin der 
Skulptur-Projekte Valeska Schneider. Es dürfe angenommen werden, dass 
der Wagendiebstahl geplant war. Schneider: „Man benötigt einen 
Inbus-Schlüssel, um die Rollen herunterzulassen. Der Wohnwagen steht 
sonst auf festen Füßen.“ Für die Tat kommen zwei Täterkreise in Frage: 
Autodiebe und Kunstkenner.

Täterkreis 1: Da der Wagen „Eriba Familia“ (Baujahr 1969) der Firma 
Hymer nicht auf den ersten Blick als Kunstwerk erkennbar war, könnten 
sich Oldtimer-Freaks gesetzeswidrig bedient haben. Dabei gibt es 
vergleichbare Modelle im Internet bereits für unter 3000 Euro. Die 
gestohlene Wagen wurde den Skulptur-Projekten von einem Privatmann für 
die Dauer der Ausstellung zur Verfügung gestellt und ist gegen Diebstahl 
versichert.

Täterkreis 2: Sollten die Täter Kunstkenner gewesen sein, verkompliziert 
sich die Lage. „Vielleicht war es nur ein Schabernack“, spekuliert 
Valeska Schneider. Vielleicht wurde der Wagen lediglich statt in einem 
urbanen in einem ländlichen Umfeld "geparkt". Dann läge übrigens ein 
Fall von Kunstfälschung vor. Denn der US-Amerikaner Asher hat bereits 
1977 die exakten Parkpositionen festgelegt. Und seitdem soll der Wagen 
an den immer selben Stellen abgestellt werden. Sein Standport in dieser 
Woche ist eigentlich an der Kleimannbrücke.

Denkbar ist auch ein finanzielles Interesse. Hier blockt die 
Pressesprecherin ab. Der „Caravan“ sei schließlich kein Original. Jedes 
Mal wurde ein neues Exemplar gesucht – und gefunden. Bleiben noch 
besessene Kunstsammler . . . Für die Behörde ist es übrigens wurscht, ob 
Karosse oder Kunst: „Diebstahl bleibt Diebstahl.“

Aber wie geht’s mit der Kunst weiter? Die bereits komplett für jeden der 
15 Parkplätze gedruckten, farbigen Hinweiszettel, werden erst einmal 
nicht weiter ausgelegt. „Wir haben Kontakt mit Michael Asher aufgenommen."

In einer ersten Reaktion hatte Kurator Kasper König (er befindet sich 
derzeit im Ausland) am Montag geäußert, er könne nur „hoffen, dass es 
sich bei dem Diebstahl um einen unüberlegten Scherz handelt“, und an den 
oder die Täter appellieren, den Wagen schnellstmöglich zurück zu geben. 
„Außerhalb der Ausstellung und seines Projekts hat der Caravan 
schließlich keinen künstlerischen Wert.“

Wer Angaben zu den Umständen des Diebstahls machen kann, der melde sich 
bei der Polizei (Tel. 27 50) oder den Skulptur-Projekten (Tel. 5 90 73 10).

http://www.westfaelische-nachrichten.de




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