[MSN] Dieb »spendete« fürs Museum. Vor 25 Jahren wurde in Durbach Schwedenkreuz geklaut / Jetzt wurde eine Kopie an den Platz gestellt.

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Sat Mar 17 11:18:36 CET 2007


15.03.2007
Dieb »spendete« fürs Museum 
Vor 25 Jahren wurde in Durbach Schwedenkreuz geklaut / Jetzt wurde eine
Kopie an den Platz gestellt 
 
Nach 25 Jahren Abstinenz wurde nun eine Kopie des Schwedenkreuzes an den
alten Standort gestellt. Der Diebstahl des Original-Kreuzes führte zum
finanziellen Grundstock fürs Durbacher Wein- und Heimatmuseum. Die
Geldstrafe, die der Dieb berappen musste, floss an das Museum.
Von: Volker Gegg


Durbach. Direkt am Durbachtalweg gelegen und an das Hofgut von Anton Männle
angrenzend steht nun wieder ein rund ein Meter hohes Wegekreuz aus Granit.
»Mit der Aufstellung einer Kopie des Schwedenkreuzes am ursprünglichen
Standort ist für uns ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen«,
erklärte Herbert Gruber, Vorsitzender des Museumsvereins. Größtenteils aus
dem Verkauf von bedruckten Stoffen aus der Museumsdruckerei wurde das vom
Durbacher Steinmetz Erwin Spinner geschaffene Kunstwerk finanziert. »Damit
ist für uns jetzt auch ein Stück steinerne Geschichte in Durbach wieder
komplett«, ergänzte Gruber. 
Bis 1982 stand das als Schwedenkreuz bezeichnete Original des Kleindenkmals
an dieser Stelle. »Dann wurde es schlichtweg gestohlen«, so der Museumschef.
Ein Bibliotheksdirektor aus Gelsenkirchen erkannte den Wert des
Schwedenkreuzes und nahm es in einer Nacht- und Nebelaktion zusammen mit
seiner Ehefrau einfach mit. Dabei dachte der Kunstkenner aber nicht daran,
dass es in Durbach aufmerksame Nachbarn gibt. Andreas Werner hat den
Diebstahl zusammen mit seiner Ehefrau beobachtet und sich die
Fahrzeugkennzeichen notiert. »Was sucht ein Auto mit Bochumer Nummer hier
direkt am Durbach? Das hat mich stutzig gemacht«, erinnert sich Werner
zurück, der jetzt auch bei der Einweihung mit dabei war. 
Der Beamte kam jedenfalls in Offenburg vor den Kadi und wurde zu einer
Geldstraße in Höhe von 6000 Mark verdonnert und natürlich zur Rückgabe des
Originals. Das Geld kam voll dem Museumsverein zu Gute, in dessen Räumen
seither auch das Originalkreuz aufbewahrt wird. 
Grundstock für Museum
»Das Geld war der Grundstock für unser heutiges Wein- und Heimatmuseum«,
erklärt Heimathistoriker Josef Werner. »Auf jeden Fall hat der Dieb gewusst,
was das Ding Wert ist, sonst wäre er nicht die 500 Kilometer nach Durbach
gefahren«, so Werner weiter. 
Das Original wollten die Museumsleute nicht mehr in der freien Natur
aufstellen, da war das Risiko eines erneuten Diebstahls zu groß.
»Grundstücksbesitzer Anton Männle hat uns freundlicherweise den Platz für
die Kopie zur Verfügung gestellt«, lobt Herbert Gruber das Engagement von
Männle, »auch beim Aufstellen war er uns eine große Hilfe.« 
In den nächsten Wochen möchte der Verein in der Nähe des Kreuzes noch eine
kleine Hinweistafel befestigten. »Damit die Leute wissen, welche Geschichte
hier dahinter steckt«, schmunzelt Werner.

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