[MSN] FW: Article: Munich auction house has to withdraw two old master paintings stolen from German museums in 1945

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Subject: Article: Munich auction house has to withdraw two old master
paintings stolen from German museums in 1945
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Sueddeutsche Zeitung - 27 November 2007 (www.sueddeutsche.de)
„Im Zweiten Weltkrieg verschollen” 

Dresden und Pirmasens erheben Ansprüche auf zwei Werke, die in München
versteigert werden sollten 
Man kenne den Sammler gut – das ist alles, was das Münchner Auktionshaus
Hampel über die Identität seines Einlieferers sagen will. Über 90 Jahre sei
er alt und in München lebe der Mann, den man auch privat sehr schätze und
dessen Name durchaus bekannt sei.
Mit den Bildern allerdings, die der bekannte anonyme Kunstfreund dort zu den
Herbstauktionen am 8. Dezember eingeliefert hat, kann das Unternehmen
weniger glücklich sein. Zwei Gemälde – eine römische Landschaft von Heinrich
Bürkel und eine Dorfszene von Jan Brueghel dem Jüngeren – mussten
kurzfristig wieder aus der Auktion zurückgezogen werden. Bei beiden Gemälden
handelt es sich, wie der Auktionskatalog freimütig zugibt, um Werke, die bei
Kriegsende deutschen Museen mutmaßlich gestohlen wurden und deren
Besitzverhältnisse deshalb nicht eindeutig geklärt sind. Dem Vernehmen nach
hat der Besitzer alle Arbeiten der Auktion in der Münchner Galerie
Bernheimer erworben. Dort sucht man, wie das Unternehmen bestätigt, zur Zeit
nach Unterlagen über ihre Herkunft.
Die 1834 entstandenen „Ziehenden Landsleute vor Rom” befanden sich im Besitz
des Museums in Bürkels Heimatstadt Pirmasens. Der Werkkatalog von 1989 führt
die 47 mal 70 Zentimeter große Leinwand unter der Nummer 489 ganz offen als
„Kriegsverlust” auf. Der selbe unzweideutige Hinweis ist in der vom Bund
unterhaltenen Verlustdatenbank „lostart.de” jedermann zugänglich.
In staatlicher Obhut 
Auch der 1641 gemalte Tondo „Vor der Dorfschänke” von Jan Brueghel dem
Jüngeren wäre in der „Lostart”-Datenbank leicht zu finden gewesen. Dort ist
ebenfalls beschrieben, dass die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das Bild
seit 1945 vermissen. Zu dem auf 60 000 bis 80 000 Euro geschätzten Bild
schreibt Hampel in seinem Online-Katalog: „Im Zweiten Weltkrieg verschollen,
Ende der 70er Jahre aus belgischem Privatbesitz aufgetaucht.” Diese Angaben
decken sich mit jenen, die der ehemalige Dresdner Generaldirektor Werner
Schmidt in seinem Handexemplar des Dresdner Verlustkataloges notiert hatte:
„1979 in Belgien, 1986 Düsseldorf, telef. Angebot bei Christie’s”.
Inzwischen hat Hampel beide Werke aus der Auktion zurückgezogen. Warum sie
überhaupt angenommen wurden, konnte das Unternehmen am Montag nicht
erklären. Das Bürkel-Gemälde befindet sich bereits in der Obhut des
Bayerischen Landeskriminalamtes. Der Brueghel sollte noch am
Montagnachmittag ebenfalls in staatliche Obhut genommen werden. Sowohl die
Stadt Pirmasens als auch die Dresdner Staatsgemäldesammlungen haben
Ansprüche auf ihre ehemaligen Bilder angemeldet und verlangen deren
Herausgabe. Außerdem werden zivilrechtliche Schritte geprüft: Das
Auktionshaus könnte sich der Hehlerei schuldig gemacht haben.
Keine Verantwortung übernimmt das private „Art Loss Register” (ALR), das mit
seinem Logo im Auktionskatalog dafür bürgt, dass „sämtliche Gegenstände in
diesem Katalog . . . vor der Versteigerung mit dem Datenbankbestand des
Registers individuell abgeglichen” seien. Dabei hätten zwei offen benannte
Raubkunstbilder auffallen müssen. ALR-Geschäftsführerin Ulli Seegers stellt
aber richtig: „Unsere Prüfung beginnt in der Regel erst, wenn der gedruckte
Katalog vorliegt. Von Hampel haben wir ihn am Montag erhalten und sofort mit
dem Abgleich begonnen.” Eine sorgfältige Prüfung allerdings dürfte innerhalb
der noch verbleibenden zwei Wochen bis zur Münchner Auktion schwierig
werden: Zahlreiche Bilder im Hampel-Auktionskatalog verfügen über gar keine
Herkunftsangaben. 
STEFAN KOLDEHOFF 



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