[MSN] Museum theft. Germany. Raub im Preußen-Museum

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Wed Sep 12 08:03:02 CEST 2007


Raub im Preußen-Museum
VON BERNFRIED PAUS
 Den Hohen Orden vom Schwarzen Adler und das blau emailierte Kreuz, das so
genannte Kleinod, fischte ein Dieb aus einer hohen Glasvitrine. Repros: 

Photos:
http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinnord/wesel/nachri
chten/wesel/478762

(RP) Dieb fischte aus einer Vitrine im Kellergeschoss den Schwarzen
Adlerorden samt Bruststern. Dabei stellte das Museum fest, dass schon länger
drei Brandenburgische Münzen fehlen. Jetzt wird die Sicherheit gecheckt. 

Raub im Weseler Preußen-Museum: Am Wochenende sind aus einer Vitrine im
Kellergeschoss der Schwarze Adlerorden und der dazu passende Bruststern
verschwunden. Außerdem beklagt das Museum den Verlust von drei
Kurbrandenburgischen Münzen, ebenfalls aus dieser Vitrine. Die sind offenbar
bereits vor einigen Wochen gestohlen worden.

Entdeckt wurde der Diebstahl am Montag, an dem das Museum geschlossen war.
Orden und Münzen lagen in einem Fensterschacht, der durch eine Glasplatte
abgedeckt ist. Der Dieb muss sich auf die Heizung gestellt und dann über die
Glasplatte hinweg von oben – vermutlich mit einer Art Angel und
einemMagneten – die Ausstellungsstücke 1,50 Meter tief aus der Vitrine
gefischt haben.

„Das ist ein Schock.“ Dr. Veit Veltzke, Direktor des Preußen-Museums, räumt
ein, dass ihn der Raub persönlich getroffen hat. Nicht mal so sehr wegen des
ideellen Wertes der Beute, sondern deshalb, weil sich das Sicherheitskonzept
des Museums als verwundbar erwiesen hat. „So etwas ist bei uns noch nicht
vorgekommen“, sagte Veltzke. Im gleichen Atemzug kündigte er an, die
Sicherheit nun intensiv auf den Prüfstand zu stellen.

Rundgänge intensivieren

Auch Dezernent Wolfgang Jung, für Wesel im Verwaltungsrat des
Preußen-Museums NRW, betonte gestern: „Wir müssen das Sicherungssystem
überprüfen, und wir brauchen Verbesserungen.“ Als Sofortmaßnahme sollten
Rundgänge des Personals durch die Ausstellung intensiviert werden.


Friedrich I. stiftete den höchsten Orden der preußischen Monarchie 1701 am
Vorabend der Krönung in Königsberg.

Im Medaillon des Sterns ist das preußische Wappentier, der fliegende
schwarze Adler zu sehen.

Die Devise „Suum cuique“ (Jedem das Seine) verweist auf die Verpflichtung
der Ordensgemeinschaft Gerechtigkeit zu üben. 
Der Museumsdirektor bekräftigte gestern, dass auch am Wochenende ständig
jemand im Keller unterwegs gewesen sei, um nach dem Rechten zu sehen. „Ich
gehe davon aus, dass da jemand ganz gezielt und mit erheblicher krimineller
Energie am Werk war.“ Den Wert der Insignien des Adlerordens samt blau
emailliertem Kleinod bezifferte Veltzke auf rund 3000 Euro. Es handele sich
um eine 130 Jahre alte Replik der hochrangigen Auszeichnung für besondere
Verdienste, die wie die Silbermünzen „durchaus wiederzubeschaffen“ sei.
Wichtiger aber sei es, die Sicherungen zu verstärken. Denn von den nur mit
einer Glasplatte frontal verschlossenen, nach oben aber offenen Nischen gibt
es im Kellergeschoss einige. „Sicherheitsvorkehrungen sind immer ein
Kompromiss, bei dem auch wirtschaftliche Aspekte ein Rolle spielen“, so
Veltzke. Bisher habe das Preußen-Museum keine schlechten Erfahrungen
gemacht.

Deshalb sei auch der länger zurückliegende Diebstahl der Münzen erst jetzt
aufgefallen. Man habe bis Montag angenommen, dass ein Mitarbeiter sie einer
anderen Institution zur Verfügung gestellt habe.

 Geplünderte Vitrine: Nur von oben und mit einer Art Angel konnte der Dieb
1,50 Meter tief die Beutestücke fischen. Im Kellergeschoss des
Preußen-Museums gibt’s weitere „verwundbare“ Schaukästen. RP-Foto: Eckehart
Malz

http://www.rp-online.de/



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