[MSN] Germany. Bronze theft. Aachen. Dreiste Diebe stehlen 70 Zentimeter hohen Bronzeturm
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Thu Sep 27 05:35:17 CEST 2007
Dreiste Diebe stehlen 70 Zentimeter hohen Bronzeturm
(mip) | 26.09.2007, 17:46
Aachen. So vielfältig in der Kaiserstadt das Wasser aus den insgesamt 81
Brunnen sprudelt, so vielfältig sind anscheinend auch die Taten derer, die
die Brunnenanlagen immer wieder zerstören, demolieren oder vermüllen.
Neuster negativer Höhepunkt ist die Demolierung der Brunnenanlage an der
Kuckhoffstraße. Hier wurde gleich ein kompletter, 70 Zentimeter hoher
Bronzeturm abmontiert und gestohlen.
«Die Skulptur ist zirka 20 Kilogramm schwer. Die nimmt man nicht mal eben so
mit», sagt Rainer Jennes, Werkstattleiter beim Gebäudemanagement der Stadt
und schließt damit einen «Dummenjungenstreich» aus. «Der Turm war
verschraubt, verklebt und zusätzlich mit Edelstahlklammern gesichert. Die
Täter müssen mit roher Gewalt und schwerem Werkzeug zur Sache gegangen
sein.»
Bemerkt wurde der Diebstahl bei einer routinemäßigen Kontrolle. Das
Brunnenteam der Stadt hat daraufhin auch die zweite Säule des Brunnens
abmontiert, um einen weiteren Diebstahl zu verhindern.
Benno Werth, Professor für Bildende Kunst, freier Maler und Bildhauer, der
die Brunnenanlage 1993 konzipiert und gestaltet hat, hat beim Gang über
seine Anlage wenig zu lachen. «Ich bin ganz schön sauer», sagt er, «und,
ohne sentimental klingen zu wollen, auch traurig. Denn in so ein Stück
investiert man eine Menge Zeit, Arbeit und vor allem Herzblut.»
50 einzelne Bronzeteile gehören zu seinen «Wasserwegen», und nicht nur die
große Säule hat unfreiwillig neue Besitzer gefunden. «Es fehlen ein weiterer
kleiner Turm, mehrere Abläufe und ein künstlerisch gestalteter Gullydeckel»,
sagt Werth. Doch am meisten schmerzt der große Bronzeturm. 7000 bis 8000
Euro verlangt der Künstler für eine Arbeit dieser Größe im Normalfall. Damit
stehe der Verlust kostenmäßig in keiner Relation zu «alltäglichen»
Zerstörungen an Brunnen, sagt Jennes. Ob und wie die Skulptur ersetzt wird,
sei daher noch offen.
«Der Turm ist ein Original und so nicht wiederherzustellen», erklärt der
Professor. «Der Materialwert ist aber wesentlich geringer. Es wäre eine
Schande, wenn die Diebe die Figur einschmelzen würden.»
Zum Zeitpunkt des Diebstahls war kein Wasser im Brunnen, da der Zulauf, die
Paubachleitung, aus der einige Innenstadtbrunnen gespeist werden, repariert
wurde. «Das müssen die Diebe gewusst haben», sagt Jennes. Seit dem
Wochenende hat die Polizei ihre Präsenz an der Brunnenanlage verstärkt. Wer
etwas über den Verbleib des Bronzeturms weiß, möge sich beim
Gebäudemanagement (4322626) melden. Viel Hoffnung hat Benno Werth nicht:
«Ich habe schon elf Skulpturen durch Diebstahl verloren. Keine einzige ist
wieder aufgetaucht.»
www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=310098
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