[MSN] {Spam?} Belohnung für die Kunsträuber bringt geplünderte Schätze zurück. m Irak gelangen zurzeit massenhaft Antiquitäten zurück in die Museen.

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Fri Jan 4 17:55:34 CET 2008


Belohnung für die Kunsträuber bringt geplünderte Schätze zurück

Im Irak gelangen zurzeit massenhaft Antiquitäten zurück in die Museen. Nach
zahllosen Plünderungen während der US-Invasion im Frühjahr 2003 zahlen die
Behörden jetzt Belohnungen für die Rückgabe. Das Geld zeigt Wirkung.


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Kunstwerke kehren ins Bagdader Museum zurück.

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Manche der Kostbarkeiten überdauerten  10.000 Jahre, doch der Krieg im Irak
ließ die Kunstschätze  Mesopotamiens in die Hände von Plünderern fallen.
Zehntausende  antike Stücke verschwanden während der US-Invasion im Frühjahr
2003. Der neue Kulturminister sorgt dafür, dass zumindest ein Teil  davon
den Weg zurück ins Museum findet.

„In einer Woche allein wurden 594 Stücke zurückgegeben, und jeden  Tag
bekommen wir noch mehr“, sagt Abdul Sahra el Talakani, der  Sprecher des
Ministeriums für Kultur, Tourismus und archäologische  Stätten in Bagdad,
der sein Büro in der hoch gesicherten  sogenannten Grünen Zone hat. „Es sind
auch viele Fälschungen dabei. “ Deshalb werden die antiken Fundstücke in
einem Labor auf ihre  Echtheit geprüft - außer, sie tragen noch den Stempel
des Museums,  in dem sie einst ausgestellt waren.

Seit dem Einmarsch der US-Truppen seien mindestens 32.000
Ausstellungsstücke aus dem Nationalmuseum in Bagdad und den 12.000
archäologischen Stätten des Landes geplündert worden, sagt  Talakani.
Vermutlich liegt die Zahl der verschwundenen Kunstschätze  noch höher, da
bei weitem nicht alle registriert waren und an  einigen Orten noch heute
Plünderer ihr Unwesen treiben.

Der Ministeriumssprecher macht die US-Armee für die Plünderungen
verantwortlich. „Wir haben zwei Seen im Irak, einen Öl-See und  einen voller
antiker Schätze. Während die ausländischen Truppen  alles getan haben, um
den Öl-See zu schützen, haben sie kaum etwas  zum Schutz des anderen
unternommen. Wir werfen ihnen nicht vor,  dass sie Antiquitäten gestohlen
haben, aber sie haben sie nicht  geschützt.“

Unter den geraubten Preziosen sind einige besonders bedeutende: Ein
weiblicher Kopf aus Uruk aus der Zeit der Sumerer und zahlreiche  Dolche,
Teller, Becher und Statuen aus der babylonischen und der  assyrischen
Epoche. Seit das Ministerium für Antike Stätten 2005  gegründet wurde,
fahndet es auf der ganzen Welt nach den verlorenen  Schätzen. Fünf Monate
war der Ministerposten dieses Jahr unbesetzt,  seit September ist Abbas el
Oreibi im Amt, und seither läuft die  Suche wieder auf Hochtouren. Oreibi
setzte Belohnungen für die  Rückgabe aus - von 10.000 Dinar (5,50 Euro) bis
zu fünf Millionen  Dinar (2700 Euro).

Der finanzielle Anreiz zeigt Wirkung: „Die Leute kommen massenweise  um sich
ihre Belohnung abzuholen. Die Höhe hängt vom Wert des  Objekts ab. Die
10.000 Dinar für Dinge von geringem Wert zahlen wir  nur, um die Leute zu
locken“, erklärt Talakani. Vor wenigen Wochen  erhielt ein Mann fünf
Millionen Dinar für eine Goldmünze aus der  Zeit der Umajjaden - eine der
ersten islamischen Münzen, die  überhaupt geprägt wurden.

Doch das Ministerium setzt nicht allein auf die freiwillige  Rückgabe.
Spezialeinheiten der Polizei kontrollieren die Routen der  Schmuggler durch
die Wüste. „Nach dem Zusammenbruch des Iraks  spezialisierten sich Banden
auf den Diebstahl von Antiquitäten. Sie  wissen nicht, wie wertvoll die
Stücke sind, und verkaufen sie für  ein paar Dollar auf der anderen Seite
der Grenze“, sagt Talakani.  Am 14. November wurde eine dieser Banden mit
vielen Antiquitäten im  Gepäck auf dem Weg nach Saudi-Arabien geschnappt.
Ein Teil des  Diebesgutes war bereits beschädigt, andere Stücke erwiesen
sich als  Fälschungen.

Minister Oreibi arbeitet auch mit den Behörden in Syrien, der  Türkei,
Kuwait, Saudi-Arabien, Iran und Jordanien zusammen, um die  irakischen
Kunstschätze auf den Schwarzmärkten aufzuspüren. „Wir  haben schon etwa 4000
Stücke in den Nachbarländern ausfindig  gemacht und versuchen nun, sie
zurückzubekommen“, sagt der  Ministeriumssprecher.

Das Nationalmuseum hat nach Angaben des Ministeriums bereits knapp  4000 der
15.000 gestohlenen Ausstellungsstücke zurückbekommen.  Trotzdem bleibt das
Museum bis auf weiteres geschlossen.  Ministeriumssprecher Talakani ist
dennoch optimistisch. An manchen  Orten hätten die Archäologen inzwischen
wieder ihre Arbeit  aufgenommen. „Wir haben an elf Orten Archäologen, die
täglich neue  Stücke entdecken. Der Irak hat eben einen See von Antiquitäten
und  wir haben erst einen Teil davon entdeckt.“

http://www.haz.de/



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