[MSN] Kunstdiebstahl in Oesterreich: Neue Trends

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Thu Mar 6 21:15:59 CET 2008


Kunstdiebstahl in Österreich: Neue Trends
Burgen und Schlösser 2007 auffällig betroffen - bei insgesamt sinkender
Tendenz

Wien - 2007 wurden in Österreich 131 Fälle von Kunst- und Kulturgutdiebstahl
registriert, gab das Bundeskriminalamt (BK) am Donnerstag bekannt. Das sind
laut BK um elf weniger als im Jahr zuvor und nicht einmal halb so viele wie
2004, als 284 Fälle gemeldet wurden.

Damals waren 110 Diebstähle allein in Kirchen und Kapellen verübt worden,
ihre Zahl ist nicht zuletzt durch Präventionsmaßnahmen kontinuierlich
zurückgegangen, so dass 2007 nur noch 25 derartige Delikte angezeigt wurden.

Dafür registrierte das BK-Kulturgutfahnderin Anita Gach im vergangenen Jahr
eine zeitlang ein neues Phänomen: Aus öffentlich zugänglichen Burgen und
Schlössern wurden antike Waffen und deren Zubehör gestohlen, "zum Beispiel
Pulverhörner, die teilweise aus Elfenbein gefertigt sind, oder kunstvoll
verzierte Schlösser von Gewehren". Vor einiger Zeit sei die Serie
abgerissen, wer dahinter steckt, ist noch Gegenstand von Ermittlungen.

Causa Stradivari

Weil Diebstähle von einzelnen, leicht transportierbaren Statuen und Gemälden
nach wie vor häufig passieren, die Aufklärung aber wesentlich von der
Identifizierbarkeit abhängt, raten die Experten des BK grundsätzlich,
präventiv davon Fotos anzufertigen, um im Fall der Fälle der Polizei die
Ermittlungen zu erleichtern und auch den Kunsthandel zu warnen. "Die Bilder
sollten von guter Qualität sein. Ein Familienfoto mit einem wertvollen
Kandelaber irgendwo im Hintergrund hilft uns relativ wenig".

Von den 131 Fällen aus 2007 wurden bislang 17 Fälle ganz oder teilweise
geklärt, darunter der wohl aufsehenerregendste, nämlich der Diebstahl einer
Stradivari aus der Wiener Wohnung des Stargeigers Christian Altenburger zu
Pfingsten. Die Auffindung der wertvollen Geige Anfang Juni schlug sich
positiv in der Bilanz der Polizei nieder: Sichergestellt wurden Kunstwerke
im Wert von mehr als 3,5 Millionen Euro, das entspricht 60 Prozent der
Gesamtschadenssumme von 5,9 Millionen Euro. (APA)



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